Schwachstelle Zahnfleischsaum:
Am Zahnfleischsaum stößt der Zahn, der mit seiner Wurzel im
Kieferknochen verankert ist, in die Mundhöhle durch. Die Mundhöhle
ist besiedelt mit Milliarden von Bakterien, die natürlich nicht am
Zahn entlang zum Kieferknochen vordringen sollen. Nun sitzen
einerseits aber die Bakterien besonders gern am Zahnfleischsaum,
weil hier „Schlupfwinkel“ sind, aus denen sich die Bakterien beim
Zähneputzen nur schwer entfernen lassen. Zum anderen ist der Zahn
mit dem Zahnfleisch nicht völlig fest verwachsen. Es ist eher eine
Verklebung, eine Art Abdichtung, als eine feste Verwachsung,
einfach aus dem Grund, weil das weiche Zahnfleisch an dem ganz
harten und glatten Zahnschmelz
Angriff aufs Zahnfleisch:
Die Mundhöhlenbakterien, die am Zahnfleischsaum sitzen, haben einen
Stoffwechsel: sie „essen“ etwas, in der Mundhöhle ist immer ein
reichliches Nahrungsangebot, und sie scheiden auch Substanzen
wieder aus. Diese Stoffwechselprodukte der Bakterien greifen das
Zahnfleisch an und es kommt zu einer Entzündungsreaktion. Weil es
viele unterschiedliche Bakterienarten gibt und diese
unterschiedliche Stoffwechseleigenschaften haben, kann dieser
Angriff je nach der Bakterienzusammensetzung unterschiedlich
aggressiv verlaufen. Zumeist verläuft eine Parodontitis als eine
chronische Entzündung über Jahrzehnte hinweg ganz langsam.
Beginn der Parodontitis:
Zunächst ist nur das oberflächliche Zahnfleisch entzündet. Es ist
geschwollen, gerötet und blutet manchmal bei Berührung oder beim
Zähneputzen. Dies kommt daher, dass der Körper merkt, dass am
Zahnfleischsaum viele Bakterien sitzen und das Zahnfleisch
angreifen. Als Antwort darauf stellt der Körper die Blutgefäße im
Zahnfleisch weit, so dass viel Blut dort hinließen kann, um die
Bakterien zu bekämpfen und unschädlich zu machen. Dieser Zustand,
die sog. „Gingivitis“, ist allein durch gute Zahnpflege zu
behandeln, und es bleiben keine Folgeschäden nach.
Fortschreiten der Parodontitis:
Auf Dauer werden die Bakterien die Anheftung zwischen Zahn und
Zahnfleisch angreifen und unter das Zahnfleisch vordringen können.
Sie sitzen auf der Zahnoberfläche und zerstören ganz langsam den
sog. Zahnhalteapparat, die Verankerung des Zahns im Kieferknochen.
Dabei bildet sich eine Zahnfleischtasche: ein Raum zwischen Zahn
und Zahnfleisch, wo Zahnwurzel und Zahnfleisch nicht mehr
miteinander verwachsen sind. Die Tiefe dieser Zahnfleischtaschen
ist wichtig für Diagnose und Behandlung der Parodontitis. Auf der
Zahnoberfläche sitzen lebende Bakterien, aber auch abgestorbene und
verkalkte Bakterien (sog. Konkremente). Diese entsprechen in etwa
dem Zahnstein, aber die verkalkten Bakterienbeläge unterhalb des
Zahnfleisches sind noch härter und fester. Im Laufe der Jahre
dringen die Bakterien immer weiter in die Tiefe vor und zerstören
schließlich den Kieferknochen rund um die Zahnwurzel, so dass ein
Zahn regelrecht von selbst ausfallen kann. In der Regel wird er
aber vom Zahnarzt vorher gezogen, weil er zu locker oder
schließlich schmerzhaft wird.
Andere Ursachen:
Nicht immer sind es ausschließlich die Bakterienbeläge, die eine
Parodontitis verursachen. Wenn ein Mensch etwa ständig mit den
Zähnen knirscht, wenn allgemeingesundheitliche Probleme bestehen,
z.B. Stoffwechselstörungen, oder bei einseitiger, ungesunder
Ernährung kann eine Parodontitis gefördert werden. Es gibt auch
eine anlagebedingte und erbliche Veranlagung für die Entstehung
einer Parodontose. Die Hauptursache sind aber immer die Bakterien.
Krankheit ohne Symptome:
Die Parodontitis ist eine Erkrankung, von der man als Betroffener
über lange Zeit fast nichts merkt. Wenn man schließlich feststellt,
dass die Zähne locker werden, ist die Erkrankung schon weit
fortgeschritten. Entgegen der üblichen Vorstellung kommt es i. d.
R. nicht dazu, dass das Zahnfleisch zurückgeht, und der Erkrankte
muss auch nicht immer zu Zahnfleischbluten neigen. Statt dessen
bilden sich entzündliche Zahnfleischtaschen, wovon man nichts
merkt. Daher sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt
so wichtig, um die Parodontose frühzeitig erkennen und behandeln zu
können.
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Behandlung der Parodontitis
Früher wurde die Parodontose als eine Erkrankung angesehen, die man
schicksalhaft bekam und die unweigerlich zum Verlust der Zähne
führt. Heute sind die Ursachen der Parodontitis bekannt, und es
gibt wirksame Behandlungsmöglichkeiten, die ein weiteres
Fortschreiten der Erkrankung oder den Zahnverlust weitgehend
verhindern können.
Die wesentliche Ursache der Parodontitis besteht in der
Stoffwechselaktivität der bakteriellen Zahnbeläge. Jeder Mensch hat
in seiner Mundhöhle Bakterien, die sich bevorzugt auf den Zähnen
ansiedeln und dort den klebrigen so genanten „Bakteriellen
Zahnbeläge“, „Plaque“ oder auch „Biofilm“ bilden. Diese Zahnbeläge
bestehen aus vielen unterschiedlichen Arten von Bakterien.
Die Tatsache, dass wir Bakterien im Körper haben, ist nicht
grundsätzlich schlecht: manche Bakterien helfen uns bei der
Verdauung, bei der Gewinnung von Vitaminen, und sogar bei der
Krankheitsabwehr. Im Mund und speziell an den Zähnen können die
Bakterienbeläge allerdings zum Problem werden. Denn genau am
Zahnfleischsaum, wo die Zähne aus dem Zahnfleisch herauskommen, hat
der Körper ein Problem:

Ein gesunder Zahn ohne Beläge im Querschnitt.

Zahnbelag lagert sich ab, das Zahnfleisch entzündet sich. Soweit muß es nicht kommen.

Das entzündete Zahnfleisch schwillt an, löst sich vom Zahn und der Kieferknochen wird abgebaut.

Wird die Parodontitis nicht gestoppt, droht Zahnausfall.
Schwachstelle Zahnfleischsaum:
Am Zahnfleischsaum stößt der Zahn, der mit seiner Wurzel im
Kieferknochen verankert ist, in die Mundhöhle durch. Die Mundhöhle
ist besiedelt mit Milliarden von Bakterien, die natürlich nicht am
Zahn entlang zum Kieferknochen vordringen sollen. Nun sitzen
einerseits aber die Bakterien besonders gern am Zahnfleischsaum,
weil hier „Schlupfwinkel“ sind, aus denen sich die Bakterien beim
Zähneputzen nur schwer entfernen lassen. Zum anderen ist der Zahn
mit dem Zahnfleisch nicht völlig fest verwachsen. Es ist eher eine
Verklebung, eine Art Abdichtung, als eine feste Verwachsung,
einfach aus dem Grund, weil das weiche Zahnfleisch an dem ganz
harten und glatten Zahnschmelz
Angriff aufs Zahnfleisch:
Die Mundhöhlenbakterien, die am Zahnfleischsaum sitzen, haben einen
Stoffwechsel: sie „essen“ etwas, in der Mundhöhle ist immer ein
reichliches Nahrungsangebot, und sie scheiden auch Substanzen
wieder aus. Diese Stoffwechselprodukte der Bakterien greifen das
Zahnfleisch an und es kommt zu einer Entzündungsreaktion. Weil es
viele unterschiedliche Bakterienarten gibt und diese
unterschiedliche Stoffwechseleigenschaften haben, kann dieser
Angriff je nach der Bakterienzusammensetzung unterschiedlich
aggressiv verlaufen. Zumeist verläuft eine Parodontitis als eine
chronische Entzündung über Jahrzehnte hinweg ganz langsam.
Beginn der Parodontitis:
Zunächst ist nur das oberflächliche Zahnfleisch entzündet. Es ist
geschwollen, gerötet und blutet manchmal bei Berührung oder beim
Zähneputzen. Dies kommt daher, dass der Körper merkt, dass am
Zahnfleischsaum viele Bakterien sitzen und das Zahnfleisch
angreifen. Als Antwort darauf stellt der Körper die Blutgefäße im
Zahnfleisch weit, so dass viel Blut dort hinließen kann, um die
Bakterien zu bekämpfen und unschädlich zu machen. Dieser Zustand,
die sog. „Gingivitis“, ist allein durch gute Zahnpflege zu
behandeln, und es bleiben keine Folgeschäden nach.
Fortschreiten der Parodontitis:
Auf Dauer werden die Bakterien die Anheftung zwischen Zahn und
Zahnfleisch angreifen und unter das Zahnfleisch vordringen können.
Sie sitzen auf der Zahnoberfläche und zerstören ganz langsam den
sog. Zahnhalteapparat, die Verankerung des Zahns im Kieferknochen.
Dabei bildet sich eine Zahnfleischtasche: ein Raum zwischen Zahn
und Zahnfleisch, wo Zahnwurzel und Zahnfleisch nicht mehr
miteinander verwachsen sind. Die Tiefe dieser Zahnfleischtaschen
ist wichtig für Diagnose und Behandlung der Parodontitis. Auf der
Zahnoberfläche sitzen lebende Bakterien, aber auch abgestorbene und
verkalkte Bakterien (sog. Konkremente). Diese entsprechen in etwa
dem Zahnstein, aber die verkalkten Bakterienbeläge unterhalb des
Zahnfleisches sind noch härter und fester. Im Laufe der Jahre
dringen die Bakterien immer weiter in die Tiefe vor und zerstören
schließlich den Kieferknochen rund um die Zahnwurzel, so dass ein
Zahn regelrecht von selbst ausfallen kann. In der Regel wird er
aber vom Zahnarzt vorher gezogen, weil er zu locker oder
schließlich schmerzhaft wird.
Behandlung der Parodontitis:
Wenn es zu entzündlichen Zahnfleischtaschen gekommen ist, gilt für
die Behandlung: die Bakterienbeläge müssen gründlich entfernt
werden. Dies gilt zum einen für die tägliche Zahnpflege, die sehr
gründlich durchgeführt werden muss. Wie dies in Ihrem Fall optimal
und effektiv gemacht werden kann und welche Hilfsmittel dazu nötig
sind, können Sie in einer speziellen Demonstration in unserer
Praxis erfahren. Natürlich müssen ggf. überstehende Kronen- und
Füllungsränder verbessert werden, damit Sie bei der Zahnpflege auch
alle Stellen erreichen können. Bei einer Parodontitis müssen aber
auch die Bakterienbeläge entfernt werden, die in der Tiefe der
Zahnfleischtaschen sitzen, bzw. die verkalkten Konkremente, die
fest auf der Zahn- und Wurzeloberfläche aufliegen und auf denen die
lebenden Bakterien sitzen. Dies ist die eigentliche
„Parodontitisbehandlung“, die in der Praxis durchgeführt wird.
Diese war früher gefürchtet, weil das Zahnfleisch „weg geschnitten“
wurde und die Behandlung recht unangenehm war. Dies hat sich heute
zum Glück geändert. Es werden – unter Betäubung – die Zähne im
Bereich der Zahnfleischtaschen gründlich gereinigt. Durch den
Einsatz modernster Geräte und Verfahren, wie z.B. der Ultraschall –
Kürettage ist die Parodontitisbehandlung heute ein sehr
wirkungsvolles und gleichzeitig schonendes Verfahren, so das in den
meisten Fällen gar keine „Operation“ mehr notwendig wird. Die
Behandlung selbst ist wegen der Betäubung völlig schmerzfrei, und
Beschwerden in den Tagen danach sind gering oder treten sogar gar
nicht auf. Die Parodontitisbehandlung wird in der Regel in einer
Sitzung durchgeführt, kann aber auch auf zwei auf einander
folgenden Tagen erfolgen.
Für Fälle fortgeschrittener Parodontitis gibt es eine Reihe
moderner Behandlungsverfahren, die den Erfolg der Behandlung
nochmals deutlich verbessern können: z.B. Verfahren zur
Knochenregeneration mittels Emdogainein Mitteln das Ihr
Knochenwachstum anregen oder spezielle mikrobiologische
Untersuchungen und ggf. Therapien mit Medikamenten wie z.B. Elyzol-
Gel, aber auch die Lasertherapie hat hier ihren Platz gefunden.
Durch die neuen und schonenden Behandlungstechniken ist die
Parodontitisbehandlung ein unproblematisches Routineverfahren
geworden. Dennoch ist es wichtig, dass eine Parodontitis so früh
wie möglich erkannt und behandelt wird: bei flachen beginnenden
Zahnfleischtaschen ist nicht nur die Behandlung weniger belastend
als bei einer fortgeschrittenen Parodontose, sondern vor allem ist
auch die Prognose für den langfristigen Erhalt der Zähne besser.
Die Nachsorge:
Die Parodontitis ist eine chronische Erkrankung. Nach einer
Behandlung ist diese Krankheit nicht für alle Zähne „erledigt“. Das
Zahnfleisch wächst zwar wieder mit den Zähnen zusammen und bei sehr
gründlicher Zahnpflege wird dieser Zustand auch erhalten bleiben.
Mit der Zeit kommt es aber zur Bildung von Zahnstein und
Zahnbelägen an Stellen, die schwer erreichbar sind. Wenn diese
nicht regelmäßig entfernt werden, bilden sich nach einiger Zeit
wieder Zahnfleischtaschen, und dann kann sich der
Zahnfleischzustand wieder verschlechtern.
Daher ist nach einer Parodontitishandlung eine regelmäßige
Kontrolle durch den Zahnarzt und regelmäßiges Entfernen der
Zahnbeläge durch eine qualifiziert Prophylaxehelferin alle drei
Monate unbedingt erforderlich, wenn die Behandlung zum dauerhaften
Erfolg führen soll. Die moderne Auffassung von der
Parodontitisbehandlung ist so zu charakterisieren: die eigentliche
„Behandlung“, die Reinigung der Zahnfleischtaschen und
Wurzeloberflächen wird so schnell und schonend wie möglich
durchgeführt. Dafür wird im Anschluss ein Leben lang größten Wert
auf die parodontale Erhaltungstherapie gelegt. Diese Nachsorge ist
eigentlich eher eine Vorsorge: durch prophylaktische
Behandlungsmaßnahmen soll verhindert werden, dass die Erkrankung
wieder „ausbricht“. Die Krankenkassen erlauben uns, zurzeit nur
noch, einmal jährlich Zahnstein zu entfernen, und dies ist nach
einer Parodontitisbehandlung in keinster Weise ausreichend.
Die Wissenschaft bietet uns darüber hinaus umfangreiche Maßnahmen,
um durch gründliche Prophylaxemaßnahmen das Zahnfleisch und den
Zahnhalteapparat bei optimaler Gesundheit zu erhalten. Auf Wunsch
führen wir in unserer Praxis alle heute möglichen speziellen
Behandlungs- und Prophylaxemaßnahmen durch. Wir empfehlen dies auch
grundsätzlich, auch wenn es eine private Investition des Patienten
in die Zahngesundheit bedeutet.
Den genauen Ablauf der PA - Behandlung, der bestimmten Bestimmung
von Seiten der Krankenkassen unterliegt, werden wir gerne mit Ihnen
persönlich Besprechen.